KIIK   Kölner Institut  für interkulturelle Kompetenz e.V.
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Interkulturelles Glossar

Assimilation meint die Übernahme von Elementen einer anderen Kultur bei gleichzeitiger Aufgabe der Herkunftskultur.
Akkulturation beschreibt den Prozess der Übernahme und Integration von Elementen einer Kultur (z. B. Praktiken, Gewohnheiten, Werte, Präferenzen, Kommunikationsgewohnheiten).
Akkulturationstyp beschreibt den Umgang einer Person oder Gruppe mit einer neuen kulturellen Umgebung (z.B. nach einer Migration). Der Kontakt zu einer neuen Kultur erfordert von einer Person oder Gruppe die Entscheidung, inwieweit sie sich auf die neue Kultur einlassen will und inwieweit sie ihre ursprüngliche kulturelle Identität sowie Werte und Konventionen der eigenen Kultur beibehalten möchte.
Diskriminierung ist die Ungleichbehandlung von im Wesentlichen Gleichgestellten. Zu den typisch diskriminierenden Verhaltensweisen zählen Kontaktvermeidung, Benachteiligung im Hinblick auf den Zugang zu Gütern oder Positionen und Herabsetzung einer Person. Diskriminierung wird in den meisten Fällen mit Vorurteilen gerechtfertigt.
Ethnozentrismus bezeichnet eine Weltsicht, bei der die eigene kulturelle Gruppe als Maßstab aller Dinge aufgefasst wird und alle anderen Gruppen dem entsprechend gemessen und beurteilt werden. Ethnozentrismus führt sehr häufig zur Überschätzung der eigenen Kultur und zur Herabsetzung anderer Kulturen.
Identität bezeichnet die Selbstwahrnehmung einer Person in Bezug zu ihrer Umgebung. Diese Wahrnehmung wird u. a. durch das soziale Umfeld geprägt.
Eigengruppe ("Ingroup") bezeichnet eine Gruppen, der eine Person angehört.
Integration bezeichnet die Eingliederung von etwas Neuem. Als Akkulturationstyp im interkulturellen Kontakt bezeichnet Integration die Offenheit gegenüber Elementen einer anderen Kultur, ohne dabei die eigene kulturelle Herkunft aufzugeben.
Interkulturell beschreibt jegliche Art des Austauschs zwischen Personen oder Gruppen mit unterschiedlichem Kulturhintergrund.
Interkulturelle Kompetenz umfasst die für das effiziente und zufrieden stellende Kommunizieren und Handeln mit Personen anderen Kulturen erforderlichen Fähigkeiten.
Interkulturelles Lernen ist eine Form des sozialen Lernens, die durch das Erleben und Vergleichen kultureller Unterschiede zu einer größeren Bewusstheit der eigenen sowie fremder Kulturen, zum Abbau von Vorurteilen und Stereotypen sowie zur Wertschätzung kultureller Vielfalt führt und damit Voraussetzung ist für erfolgreiches Handeln in interkulturellen Situationen.
Interkulturelle Missverständnisse entstehen, wenn die Angehörigen verschiedener Kulturen eine Situation unterschiedlich interpretieren. Die unterschiedlichen Interpretationen sind das Ergebnis voneinander abweichender kultureller Vorstellungen von Normalität und Angemessenheit.
Interkulturelle Sensibilität bedeutet, sich des Einflusses von Kultur auf menschliches Verhalten bewusst zu sein. Man unterscheidet (1) Bewusstheit der eigenen kulturellen Prägungen (Own-Culture-Awareness), (2) Bewusstheit fremdkultureller Prägungen (Other-Culture-Awareness) und (3) Bewusstheit der Dynamik (Prozesse und Wirkungen) interkultureller Begegnungen (Intercultural Awareness).
Interkulturelles Training ist eine organisierte und strukturierte Maßnahme zur Förderung interkultureller Kompetenz und interkulturellen Lernens.
Intoleranz bezeichnet den Mangel an Respekt gegenüber den Praktiken und Glaubenssätzen anderer.
Kultur umfasst sowohl die Produkte einer Gruppe (Kunst, Architektur, Kleidung, Ernährungsgewohnheiten usw.) als auch ihre Normen, Werte, Praktiken, Glaubenssätze und Sprache. Kultur ist ein System von Selbstverständlichkeiten, das für die Mitglieder einer kulturellen Gruppe viele Aspekte ihres alltäglichen Redens und Handelns als normal, verständlich und berechenbar erscheinen lässt.
Kulturelle Unterschiede können entweder in Bezug auf Werte und Normen oder auf konkrete Verhaltensweisen (Praktiken) und Kommunikationsgewohnheiten bestehen.
Kulturstandards sind alle Arten des Denkens, Bewertens und Handelns, die von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kultur für sich und andere als normal, selbstverständlich, typisch und verbindlich angesehen werden.
Marginalisierung kann entstehen, wenn einer Person bestimmte Dinge oder Zugangsmöglichkeiten verwehrt sind. Marginalisierung ist aber auch ein Akkulturationstyp, bei dem die Herkunftskultur aufgegeben wird, ohne dass eine Beziehung zum neuen kulturellen Umfeld hergestellt wird.
Migration bezeichnet die relativ dauerhafte Verlegung des Wohnsitzes von einem Land bzw. einer Kultur in ein(e) andere(s).
Multikulturell bezieht sich auf kulturelle Vielfalt. Als multikulturell werden Settings bezeichnet, in denen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft in unmittelbarer Nähe zueinander leben. Dies bedeutet nicht notwendigerweise auch einen Austausch zwischen den Angehörigen der verschiedenen Kulturen. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung einer friedlichen Atmosphäre in einer solchen Umgebung ist das gegenseitige Akzeptieren der vorhandenen Unterschiede.
Normen sind implizit und explizit existierende Verhaltensregeln.
Fremdgruppe ("Outgroup") ist eine Gruppe, der eine Person nicht angehört.
Rassismus bezeichnet die Unterscheidung von Menschen nach ihrem „Wert“ aufgrund ihrer kulturellen Herkunft.
Separation bezeichnet einen Akkulturationstyp, bei dem die Identität und die Orientierungen der eigenen Kultur beibehalten werden, ohne sich einem neuen kulturellen Umfeld zu öffnen und eine Beziehung zu anderen kulturellen Gruppen aufzubauen.
Stereotype sind Annahmen und Vermutungen zu den Eigenheiten einer Gruppe. Es handelt sich dabei um Generalisierungen ohne Berücksichtigung individueller Abweichungen und Besonderheiten. In den meisten Fällen, jedoch nicht immer, sind Stereotype negativen Inhalts und gehen mit der Erniedrigung der vom Stereotyp betroffenen Person oder Gruppe einher.
Toleranz bezeichnet das Respektieren, Schätzen und Akzeptieren von Vielfalt.
Vorurteile sind Haltungen oder Urteile im Hinblick auf eine Person oder Gruppe, die auf unzureichenden Tatsachen basieren. Die meisten Vorurteile sind Ausdruck von Ablehnung oder einer negativen Haltung.
Werte bestimmen, welche Verhaltensweisen eine Gruppe für bestimmte Situationen als angemessen und unangemessen erachtet. Sie sind die Grundlage für die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen einer Person.
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